Wieder was weg...

Aufnahme vom 09.06.2005
Heute fiel ein Nebengebäude des ehemaligen Stettiner Vorortbahnhofs.
Nun ist von dem riesigen Gelände des Endpunktes der Berlin-Stettiner Bahn nicht mehr viel übrig. In Betrieb genommen wurde ein erstes Gebäude 1842 nördlich der Invalidenstraße vor dem Oranienburger Tor (Gelände der ehemaligen Scharfrichterei des Magistrats von Berlin). 1876 wurde das Gebäude durch einen imposanten Monumentalbau mit einer Hallenhöhe von 26,16 m ersetzt. 1878 kam es zu einer Erweiterung, mit Trennung von Fern- und Vorortverkehr entstand später (1896) der heute in Ruinen noch erhaltene Gebäude-Komplex des Vorortbahnhofes, der der Architektur des "großen" Bahnhofes angepaßt war. Ab 1952 erhielt der Bahnhof die Bezeichnung Berlin Nordbahnhof und diente bis zum 17.05. des Jahres noch dem Fern-, ab da bis zum 30. September 1961 nur noch dem S-Bahn-Verkehr. Ab 10.12.1961 wurde auch dieser Personenverkehr eingestellt und das Bahnhofsgebäude 1962 abgebrochen.

Aufnahme vom 27.03.2006
Der 1934-1939 errichtete unterirdische S-Bahnhof Stettiner Bahnhof, der spätere S-Bahnhof Berlin Nordbahnhof, wurde 1945 geschlossen und vom Landwehrkanal geflutet. Die S-Bahnen begannen und endeten auf dem Stettiner Fern-Bahnhof. 1946 fuhren die S-Bahnen wieder unterirdisch, der Bahnhof wurde 1950 in Berlin Nordbahnhof umbenannt. Durch den Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 wurde er schließlich zu einem Geisterbahnhof: Die S-Bahnzüge fuhren an ihm durch, da ihre Zugziele alle im Westen lagen. In den nächsten 22 Jahren betraten nur S-Bahner, Soldaten der Grenztruppen und Mitarbeiter des Zolls die Bahnsteige.
Aufnahme vom 28.03.2006
Nach der Übernahme des S-Bahnverkehrs in Westberlin durch die BVG am 9. Januar 1984 wurde der Bahnhof stillgelegt, jedoch schon wenige Monate später am 1. Mai 1984 mit der Verlängerung der Linie S2 nach Gesundbrunnen fuhren auch hier wieder Züge durch.
Nach dem Fall der Mauer hielt am 1. September 1990 wieder der erste Zug an den Bahnsteigen. Jedoch war der Bahnhof nur kurze Zeit für die Fahrgäste geöffnet: Die DR und die BVG entschlossen sich, aufgrund des allgemein schlechten Zustandes des Tunnels und der technischen Anlagen für eine Komplettsanierung. Bei dieser wurde unter anderem auch noch alter Schlamm aus der Überflutung von 1945 aus dem Gleisbett entsorgt. Somit war der Bahnhof vom 2. April 1991 bis zum 1. März 1992 nochmals komplett gesperrt.
Und nun ist also ein weiteres historisches Zeugnis gefallen: ein Nebengebäude des Vorortbahnhof fiel dem Schaufelbaggern zum Opfer. Das Hauptgebäude steht unter Denkmalschutz und soll stehen bleiben. Nach dem, was man hört, soll ein Restaurant einziehen: Bis dahin muß allerdings noch einiges geschehen.
Aufnahme von heute

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