Wer mich kennt, weiß ja, daß ich mich doch ein wenig für meine Muttersprache interessiere. Und da kam es mir gerade recht, als ich in der Zeitung einen Artikel über einen Herrn von Zesen las, dessen Wirken wir noch bis heute spüren. Er übersetzte nämlich im 17. Jahrhundert zahlreiche Fremdwörter in´s Deutsche, was ihm auch bei zahlreichen Wörtern gelang, einige wiederum haben sich nicht durchgesetzt.
Obwohl ich kein
Krautbeschreiber (Botaniker) bin, habe ich mich am Wochenende wieder mit Mutter, Schwester und Nichte (die reinste "Weiberwirtschaft") in Gottes freie
Zeugemutter (Natur) begeben, um nicht auf dem
Lotterbett (Sofa) zu liegen.Und so sind wir zu einem gemeinsamen Picknick in den tiefen Wald gestapft, natürlich waren wir nicht mit einem
Meuchelpuffer (einer Pistole) bewaffnet, sondern hatten für unseren
Ausflug (unsere Exkursion) reichlich Speisen und Getränke geschultert. Mit dem notwendigen
Abstand (Distanz) zu
Kerbtieren (Insekten)


aller Art ließen wir uns auf einer Lichtung, deren
Anschrift (Adresse) in keiner
Bücherei (Bibliothek) verzeichnet ist, nieder und genossen den Augenblick und die Lebensmittel. Die Zeit verging wie im Fluge bei Gesprächen über
Dörrleichen (Mumien),
Mundart (Dialekt),
Gottestum (Religion),
Jungfernzwinger (Kloster),
Scheidekunst (Chemie) und
Gesichsterker (Nase). Wir stellten dann noch fest, daß der heutige Mensch ohne
Blitzfeuergewitter (Elektrizität) kaum in der Lage ist, sich zurecht zu finden und verließen den Wald wie wir ihn betreten hatten - mit dem Auto.
Der Text war weder
Schalckernst (Ironie) noch eine
Spottnachbildung (Parodie) sondern sollte auf kleinstem Raum möglichst viele der Zesenschen Wortschöpfungen vereinen, was mir auch leidlich gelungen scheint. Nun aber Schluß damit, lieber noch einige Naturbilder:

im Garten meines Onkels

Maiglöckchen im Walde

Schluß! Die ganze Fotoserie gibt´s (für Eingeweihte)
hier.