Mein Web-Tagebuch
31 Juli 2006
Diesmal mußte mein Mobiltelefon eingeschickt werden, es wurde in einem NSC (Nokia Servicecenter) kaputtrepariert. Wird sicher so einen Monat dauern. Also, wer mich erreichen will: bitte fest (Was ja eigentlich nur noch VoIP ist, nur das merkt man nicht :)).
30 Juli 2006
Es gibt noch gute Nachrichten
wal-mart gibt Deutschland-Geschäft auf. Hi hi ... hier noch eine Kurzanalyse
29 Juli 2006
Zeitvergleich V
Seit gestern lese ich das Themenheft Zeit der UNIVERSITAS Orientierung in der Wissenswelt Nummer 705.
Der Artikel von Karlheinz Geißler sprach mir besonders aus dem Herzen. In ihm ging es um "Alles. Gleichzeitig. Und zwar sofort" (so auch ein Buch aus seiner Feder). Er beschreibt darin unseren Umgang mit der Zeit im Laufe der Zeit.
So stellt er z. B. fest, daß sich die Zeiten ändern, und das schneller als früher. Als ein kleines Indiz für sich ändernde Zeiten führt er beispielsweise den Wegfall des Schildes in Bussen "Bitte nicht mit dem Fahrer sprechen" an. Heute ist eine ganz andere Realität zu beobachten:
Die Busfahrer sprechen fast ständig über Funk mit der Leitstelle, geben ratsuchenden Reisenden Auskünfte, verkaufen Fahrkarten, informieren meist auch noch über die nächste Haltestelle und eventuelle Umsteigemöglichkeiten, sollen gelegentlich für die Polizei auch noch nach Tätern Ausschau halten.
Und außerdem schaukeln sie die Busse möglichst sicher durch das Chaos der Großstädte.
Doch nicht nur bei den Angestellten städtischer Nahverkehrsunternehmen wird eine Vergleichzeitigung der Handlungen beobachtet, nein, die meisten Menschen tun dies, was die Amis (und damit natürlich auch die Deutschen) multitasking nennen, freiwillig. Auch bei mir läuft meist mehreres gleichzeitig: Ich sitze am Rechner, höre Musik, im Hintergrund läuft der Fernseher und meist wird noch telefoniert. Dies ist längst nicht mehr Privileg der Mächtigen (Vorstandschefs früherer Zeiten telefonierten im Auto) sondern allgemein bei jedermann üblich geworden. Ich erinnere mich noch an eine Episode, in der mein alter Onkel (81) mir aus seiner Jugend-Internatszeit in den frühen 30er Jahren berichtete, daß ein Schüler vom Aufsichtslehrer zurechtgewiesen wurde, weil er beim Zeitunglesen noch Radio hörte. Und auch mein Stiefvater machte das Radio aus, wenn er ins Zimmer kam und sah, daß ich neben Radiohören noch etwas anderes tat.
Simultanes Arbeiten ist nun an sich nichts Neues, doch hat es heute eine andere Qualität: Man denke nur einmal an das gleichzeitige Essen und Arbeiten bzw. Essen und Ortsveränderung. Die Unsitte besipielsweise während des S-Bahn-Fahrens Kaffee zu trinken (Kaffee aus Togo, wie ich gern sage) und zu essen, wird von den meisten Menschen heute nicht mehr als etwas "Unsittliches" oder gar Ekliges (nicht nur wegen der zurückgelassenen Müllberge sondern auch wegen des nicht gerade hygienischen Umfeldes) empfunden. Überhaupt hat das Essen häufig keine festen Zeiten mehr. Wennzwar in einigen Familien noch das gemeinsame Essen üblich ist, stehen häufig die Kinder wortlos nach einigem Rumgestochere in den Speisen (was nicht nur an den Kochkünsten der Hausfrau liegt) auf und verlassen wortlos den Tisch.
Ein übriges zur Vergleichzeitigung hat beispielsweise auch das Funktelefon mit seinen zahlreichen Funktionen getan, ich muß hier ja ziemlich still sein, habe ich doch seit Jahren schon den Communicator, dessen Vielfältigkeit in diesen Monaten von jedem gewöhnlichen handy eingeholt wurde.
Kaum jemand wundert sich noch über den Wahnsinn von sog. Nachrichtensender beispielsweise, bei denen neben dem eigentlichen Geschehen auf dem Bildschirm noch zwei bis drei Laufbänder mit unheimlich wichtigen Informationen durchs Bild rasen.
Weiter schreibt Geißler:
Warum aber tun wir das alles, und noch dazu meist freiwillig? Es scheint der Drang zu sein, so Geißler, auf nichts verzichten zu wollen. Wir möchten Wachstum (wohin eigentlich noch?), wollen Geld verdienen (natürlich, was sonst?), es unbedingt gleich wieder ausgeben (wozu hat man es sonst verdient?) Wir wollen unseren Wohlstand also erhalten bzw. ausbauen. Und das geht nur durch eine Steigerung der Beschleunigung. Hierzu existieren nach Geißler zwei Strategien:
Nach Geißler befinden wir uns nun seit etwa 20 Jahren im Zeitalter der Vergleichzeitigung. Immer mehr Geräte werden mulifunktional (4-in-1), und auch der Mensch soll es werden. In der Arbeitswelt beispielsweise besteht die Forderung nach Multifunktionalität explizit. Alle können alles und nichts mehr richtig, behaupte ich mal. Es wird von Projekt zu Projekt gesprungen, alles wird zerstört, um es mühsam wieder aufzubauen. Es gibt keine Verantwortlichkeiten mehr, dafür werden angelsächsische Wortungetüme mit VN-Segen wie Nachhaltigkeit eingeführt, was weithin folgenlos bleibt.
Geißler stellt die These auf, daß wir in einem tiefgreifenden Wandel begriffen sind, so wie er letztmalig vor 500 Jahren über die Menschheit kam. Zu einer Zeit also als die Menschen in Europa von Natur- auf Uhrzeit umgestellt haben.
Von da an richteten wir uns nach der Uhr (z.B. auch Stundenlöhne, Arbeitszeit, Ladenöffnungszeit, deutsche Tugend: Pünktlichkeit). Die künstlich geschaffene Zeigermoral hatte als Verrechnungseinheit die Uhr. Natürlicherweise vorkommende Zeit unterscheidet sich qualitativ (z. B. Sonnenstand, Hitzestrahlung, biologische Verfassung der Lebewesen), nicht dagegen die künstlich geschaffene Uhrzeit, sie ist immer gleich (wenn man mal von schwarzen Löchern und anderen Phänomenen absieht). Besonders deutlich wurde mir beispielsweise dieser Unterschied auf Bali, wo man, nicht unberechtigt, von der sog. Gummi-Zeit spricht: Man hat tatsächlich ganz deutlich den Eindruck, daß manche Stunden sich unendlich dehnen, andere wiederum schnell vorbeihuschen.
Die Industriegesellschaft entwickelte sich im 19. Jahrhundert auf die Zeit-ist-Geld-Logik hin. Das Leben wurde immer schneller. Schaut man sich heute um, so sieht man hier in Berlin ständig umherhetzende Menschen (früh zur Arbeit: völlig unverständlich :), abends nach Hause: kann man noch verstehen).
Nach Geißler geht es inzwischen nicht mehr schneller, das wichtigste Handelsgut Information hat Lichtgeschwindigkeit erreicht, schneller geht´s nach Einstein nicht, und Enterprise wird - so fürchte ich - Phantasie bleiben, leider.
Es bleibt also nur noch die Gleichzeitigkeit, Zeitverdichtung.
Die Anzeichen sind deutlich:
Jeder Einzelne wird sich anpassen, wird lebenslang besser lebenslänglich lernen müssen. Die Abhängigkeiten werden besonders im Arbeitsleben größer und intensiver. Wer in verschiedenen Projekten gleichzeitig mitarbeiten muß (wie ich die Ehre hatte), wird dies bereits erfahren haben.
Auch die vielen Freiheiten, die im Zuge dieser Verdichtung der Zeit versprochen werden, sind oftmals Scheinfreiheiten. Wir haben mehr Freizeit, doch was machen wir damit; wir werden älter, doch was machen wir daraus? Meist haben wir nur die Freiheit, so Geißler, uns noch flexibler anzupassen.
Gibt es Gegenbewegungen? Ja, und ob: Als Beispiel fügt Geißler die Manageraufenthalte in Köstern an. Dies hat jedoch den Nachteil, daß die Beschaulichkeit des Klosters der Jagd der Mönche nach den Gast-Terminen und damit verbundenen Klostereinnahmen eingetauscht wird.
Doch der Mensch bleibt ein Naturwesen, ist den biologischen Zwängen unterworfen, d. h. Schlafen, Pausen, Beschaulichkeit, Pflegen von Ritualen (wie sie beispielsweise die Kirchen anbieten), Verweigerung des Sonntagseinkaufs (der übrigens nur die Preise in die Höhe schnellen lassen wird).
Auf politischer Ebene sollten Angriffe auf Sonn- und Feiertage abgewehrt werden. solche Tage sind wichtig, auch für Menschen, die keine christlichen Wurzeln haben. Der Sonntag ist auch ein Tag des Sozialen, des Besinnens und des Rückblicks.
In diesem Sinne: Einen beschaulichen Sonntag, ich muß mich beeilen, ich muß jetzt los, werd gleich mit dem Auto abgeholt, um zu einem Geburtstag zu hetzen...
P.S. Übrigens, wer diesen Beitrag von vorn bis hinten gelesen hat, für den besteht noch Hoffnung ;))
Der Artikel von Karlheinz Geißler sprach mir besonders aus dem Herzen. In ihm ging es um "Alles. Gleichzeitig. Und zwar sofort" (so auch ein Buch aus seiner Feder). Er beschreibt darin unseren Umgang mit der Zeit im Laufe der Zeit.
So stellt er z. B. fest, daß sich die Zeiten ändern, und das schneller als früher. Als ein kleines Indiz für sich ändernde Zeiten führt er beispielsweise den Wegfall des Schildes in Bussen "Bitte nicht mit dem Fahrer sprechen" an. Heute ist eine ganz andere Realität zu beobachten:
Die Busfahrer sprechen fast ständig über Funk mit der Leitstelle, geben ratsuchenden Reisenden Auskünfte, verkaufen Fahrkarten, informieren meist auch noch über die nächste Haltestelle und eventuelle Umsteigemöglichkeiten, sollen gelegentlich für die Polizei auch noch nach Tätern Ausschau halten.
Und außerdem schaukeln sie die Busse möglichst sicher durch das Chaos der Großstädte.
Doch nicht nur bei den Angestellten städtischer Nahverkehrsunternehmen wird eine Vergleichzeitigung der Handlungen beobachtet, nein, die meisten Menschen tun dies, was die Amis (und damit natürlich auch die Deutschen) multitasking nennen, freiwillig. Auch bei mir läuft meist mehreres gleichzeitig: Ich sitze am Rechner, höre Musik, im Hintergrund läuft der Fernseher und meist wird noch telefoniert. Dies ist längst nicht mehr Privileg der Mächtigen (Vorstandschefs früherer Zeiten telefonierten im Auto) sondern allgemein bei jedermann üblich geworden. Ich erinnere mich noch an eine Episode, in der mein alter Onkel (81) mir aus seiner Jugend-Internatszeit in den frühen 30er Jahren berichtete, daß ein Schüler vom Aufsichtslehrer zurechtgewiesen wurde, weil er beim Zeitunglesen noch Radio hörte. Und auch mein Stiefvater machte das Radio aus, wenn er ins Zimmer kam und sah, daß ich neben Radiohören noch etwas anderes tat.
Simultanes Arbeiten ist nun an sich nichts Neues, doch hat es heute eine andere Qualität: Man denke nur einmal an das gleichzeitige Essen und Arbeiten bzw. Essen und Ortsveränderung. Die Unsitte besipielsweise während des S-Bahn-Fahrens Kaffee zu trinken (Kaffee aus Togo, wie ich gern sage) und zu essen, wird von den meisten Menschen heute nicht mehr als etwas "Unsittliches" oder gar Ekliges (nicht nur wegen der zurückgelassenen Müllberge sondern auch wegen des nicht gerade hygienischen Umfeldes) empfunden. Überhaupt hat das Essen häufig keine festen Zeiten mehr. Wennzwar in einigen Familien noch das gemeinsame Essen üblich ist, stehen häufig die Kinder wortlos nach einigem Rumgestochere in den Speisen (was nicht nur an den Kochkünsten der Hausfrau liegt) auf und verlassen wortlos den Tisch.
Ein übriges zur Vergleichzeitigung hat beispielsweise auch das Funktelefon mit seinen zahlreichen Funktionen getan, ich muß hier ja ziemlich still sein, habe ich doch seit Jahren schon den Communicator, dessen Vielfältigkeit in diesen Monaten von jedem gewöhnlichen handy eingeholt wurde.
Kaum jemand wundert sich noch über den Wahnsinn von sog. Nachrichtensender beispielsweise, bei denen neben dem eigentlichen Geschehen auf dem Bildschirm noch zwei bis drei Laufbänder mit unheimlich wichtigen Informationen durchs Bild rasen.
Weiter schreibt Geißler:
Steigt die Kurzfrstigkeit der Planung und der Realisierung unterschiedlicherImmer mehr Versprechen in Werbung und Arbeitswelt nach Abwechslung und Gleichzeitigkeit versprechen ein erfülltes Leben, doch scheint mir, das Gegenteil ist der Fall: Dauer-Orgasmus kann es nicht geben. In dieser vergleichzeitigten Welt scheint man ständig im falschen Film zu sein bzw. sich nicht mehr zurecht zu finden. "Kommt Zeit, kommt Rat" scheint nicht mehr zu funktionieren, wer meint, etwas nicht mehr auf die Reihe zu bringen, hat schon verloren, da es eine Reihe nicht mehr gibt in dieser Vergleichzeitigung.
Handlungen, dann wächst auch die Schnelligkeit des Wechsels zwischen ihnen. Beim
Einkaufen überlegt man bereits, wie das zu Erwerbende wieder entsorgt werden
kann, beim Fernsehen zappt man hin und her, schaut fix rein und schnell wieder
raus. Ob man sich unterhält, ob man arbeitet oder sich vergnügt, man kann es
immer seltener unterscheiden.
Warum aber tun wir das alles, und noch dazu meist freiwillig? Es scheint der Drang zu sein, so Geißler, auf nichts verzichten zu wollen. Wir möchten Wachstum (wohin eigentlich noch?), wollen Geld verdienen (natürlich, was sonst?), es unbedingt gleich wieder ausgeben (wozu hat man es sonst verdient?) Wir wollen unseren Wohlstand also erhalten bzw. ausbauen. Und das geht nur durch eine Steigerung der Beschleunigung. Hierzu existieren nach Geißler zwei Strategien:
- Beschleunigung durch Steigerung der Schnelligkeit
- Beschleunigung durch Verdichtung (mehr Gleichzeitigkeit)
Nach Geißler befinden wir uns nun seit etwa 20 Jahren im Zeitalter der Vergleichzeitigung. Immer mehr Geräte werden mulifunktional (4-in-1), und auch der Mensch soll es werden. In der Arbeitswelt beispielsweise besteht die Forderung nach Multifunktionalität explizit. Alle können alles und nichts mehr richtig, behaupte ich mal. Es wird von Projekt zu Projekt gesprungen, alles wird zerstört, um es mühsam wieder aufzubauen. Es gibt keine Verantwortlichkeiten mehr, dafür werden angelsächsische Wortungetüme mit VN-Segen wie Nachhaltigkeit eingeführt, was weithin folgenlos bleibt.
Geißler stellt die These auf, daß wir in einem tiefgreifenden Wandel begriffen sind, so wie er letztmalig vor 500 Jahren über die Menschheit kam. Zu einer Zeit also als die Menschen in Europa von Natur- auf Uhrzeit umgestellt haben.
Von da an richteten wir uns nach der Uhr (z.B. auch Stundenlöhne, Arbeitszeit, Ladenöffnungszeit, deutsche Tugend: Pünktlichkeit). Die künstlich geschaffene Zeigermoral hatte als Verrechnungseinheit die Uhr. Natürlicherweise vorkommende Zeit unterscheidet sich qualitativ (z. B. Sonnenstand, Hitzestrahlung, biologische Verfassung der Lebewesen), nicht dagegen die künstlich geschaffene Uhrzeit, sie ist immer gleich (wenn man mal von schwarzen Löchern und anderen Phänomenen absieht). Besonders deutlich wurde mir beispielsweise dieser Unterschied auf Bali, wo man, nicht unberechtigt, von der sog. Gummi-Zeit spricht: Man hat tatsächlich ganz deutlich den Eindruck, daß manche Stunden sich unendlich dehnen, andere wiederum schnell vorbeihuschen.
Die Industriegesellschaft entwickelte sich im 19. Jahrhundert auf die Zeit-ist-Geld-Logik hin. Das Leben wurde immer schneller. Schaut man sich heute um, so sieht man hier in Berlin ständig umherhetzende Menschen (früh zur Arbeit: völlig unverständlich :), abends nach Hause: kann man noch verstehen).
Nach Geißler geht es inzwischen nicht mehr schneller, das wichtigste Handelsgut Information hat Lichtgeschwindigkeit erreicht, schneller geht´s nach Einstein nicht, und Enterprise wird - so fürchte ich - Phantasie bleiben, leider.
Es bleibt also nur noch die Gleichzeitigkeit, Zeitverdichtung.
Die Anzeichen sind deutlich:
- Geld gibts am Automaten auch nachts
- das Fernsehen macht keine Sendepause mehr
- der Ladenschluß wird abgeschafft
- Zeiten kollektiver Rückbesinnung, wie den Sonntag und Feiertage, sollen gekippt werden
- das Internet kennt sowieso keine Zeit mehr, man lernt Leute kennen und ehe man sie richtig kennengelernt hat, springt man zum nächsten ...
Jeder Einzelne wird sich anpassen, wird lebenslang besser lebenslänglich lernen müssen. Die Abhängigkeiten werden besonders im Arbeitsleben größer und intensiver. Wer in verschiedenen Projekten gleichzeitig mitarbeiten muß (wie ich die Ehre hatte), wird dies bereits erfahren haben.
Auch die vielen Freiheiten, die im Zuge dieser Verdichtung der Zeit versprochen werden, sind oftmals Scheinfreiheiten. Wir haben mehr Freizeit, doch was machen wir damit; wir werden älter, doch was machen wir daraus? Meist haben wir nur die Freiheit, so Geißler, uns noch flexibler anzupassen.
Gibt es Gegenbewegungen? Ja, und ob: Als Beispiel fügt Geißler die Manageraufenthalte in Köstern an. Dies hat jedoch den Nachteil, daß die Beschaulichkeit des Klosters der Jagd der Mönche nach den Gast-Terminen und damit verbundenen Klostereinnahmen eingetauscht wird.
Doch der Mensch bleibt ein Naturwesen, ist den biologischen Zwängen unterworfen, d. h. Schlafen, Pausen, Beschaulichkeit, Pflegen von Ritualen (wie sie beispielsweise die Kirchen anbieten), Verweigerung des Sonntagseinkaufs (der übrigens nur die Preise in die Höhe schnellen lassen wird).
Auf politischer Ebene sollten Angriffe auf Sonn- und Feiertage abgewehrt werden. solche Tage sind wichtig, auch für Menschen, die keine christlichen Wurzeln haben. Der Sonntag ist auch ein Tag des Sozialen, des Besinnens und des Rückblicks.
In diesem Sinne: Einen beschaulichen Sonntag, ich muß mich beeilen, ich muß jetzt los, werd gleich mit dem Auto abgeholt, um zu einem Geburtstag zu hetzen...
P.S. Übrigens, wer diesen Beitrag von vorn bis hinten gelesen hat, für den besteht noch Hoffnung ;))
28 Juli 2006
Hexxxxenschuß
Nachdem mich die ältere Dame nun schon seit Sonntag fest im Würgegriff hat, habe ich mich doch entschlossen, M. le docteur aufzusuchen. Der hat mich auch ordentlich gepiekt (so acht mal mitten in die Wirbelsäule reingerammt, naja nicht ganz) und mir allerlei chemische Substanzen verschrieben. U. a. aus dem Hause sanofi aventis das Präparat "Musaril". nun sind ja Beipackzettel ein Sammelsurium des Grauens an sich, doch was da stand, verschlug mir dann doch die Sprache:

Da der Text neben der Schneeflocke (als kleiner Service gegen die Hitze) kaum lesbar ist, hier der entscheidende Satz wörtlich:
P.S. Stunden später: Wer hat nur diesen Artikel geschrieben, versteh´ ich nicht!!

Da der Text neben der Schneeflocke (als kleiner Service gegen die Hitze) kaum lesbar ist, hier der entscheidende Satz wörtlich:
Gedächtnisstörung Wie auch andere Benzodiazepine kann Tetrazepam, vor allem bei höherer Dosierung, zeitlich begrenzte Gedächtnislücken (anterograde Amnesien) verursachen. Das bedeutet, daß (meist einige Stunden) nach Medikamenteneinnahme unter Umständen Handlungen ausgeführt werden, an die Sie sich später nicht erinnern können.
P.S. Stunden später: Wer hat nur diesen Artikel geschrieben, versteh´ ich nicht!!
26 Juli 2006
19 Juli 2006
Nochmal Stanislaw Lem
Habe heute (getreu meines leichten Rückstandes beim Zeitunglesen der F. A. S.) in Ausgabe Nr. 13/2006 im Wissenschaftsteil einen angemessenen Nachruf auf den großen weitblickenden Polen gelesen. Auf einer Doppelseite waren zum einen ein Portrait in schwarz/weiß und andererseits eine Auszug aus einem seiner letzten Essays, entnommen dem Buch Riskante Konzepte veröffentlicht. In dem dort abgedruckten Text rechnet er mit unserer "Wissensgesellschaft" ab, die sich mit Thesen und Antithesen zu überbieten scheint (vielleicht begann alles mit dem Urknall, vielleicht auch nicht), in deren Informationsflut wir zu ertrinken drohen (künftige Fernsehprogramme kommen über die Tapete, der Zuseher mit hochgeklebten Lidern, da jedermann verpflichtet wird, sich das Ausgestrahlte anzusehen). Irgendwann in naher Zukunft werden sich künstliche Frauen nach den seltenen natürlichen Männern verzehren und umgekehrt. Mittels Taschenphantomen kann jeder sich seine eigene künstliche Welt schaffen. Alles schön elektronisch geruchlos, von den Windeln bis zum Grabstein, auf den dann ein Hündchen, das Bein hebend, Chanel Nr. 5 pinkelt.
Schöne neue Welt, er wird sie nicht mehr erleben. Aber auch ich bin da, eigentlich jedem Neuen sehr aufgeschlossen, alles in allem pessimistisch (vielleicht zweckpessimistisch).
Schöne neue Welt, er wird sie nicht mehr erleben. Aber auch ich bin da, eigentlich jedem Neuen sehr aufgeschlossen, alles in allem pessimistisch (vielleicht zweckpessimistisch).
18 Juli 2006
Zeitvergleich IV
Um Euch eben jenen etwas einfacher zu machen, hab´ich mal eine Uhr oben angebammelt.
Es gibt da (www.Clocklik.com) noch jede Menge interessanter Zeitmesser. Hier noch eine kleine Auswahl:
Es gibt da (www.Clocklik.com) noch jede Menge interessanter Zeitmesser. Hier noch eine kleine Auswahl:
13 Juli 2006
08 Juli 2006
Land unter
Nachdem die Natur uns lange Zeit mit Hitze verwöhnt hat, schlug sie nun mit geballter Kraft zu und bescherte mir die alljährliche Überschwemmung auf dem Balkon. Kurz vor Eintritt des Wassers in die gute Stube, wurde von einem Techniker, der in meinem Haus wohl noch bis spät in die Nacht zu tun haben wird, der Abfluß wieder gangbar gemacht. Neu kam allerdings hinzu, daß auch Wasser von einem Stock höher über mich kam. Allerdings nicht etwa auf dem physikalisch und meteorologisch üblichen Wege, nein, das Wasser überraschte mich durch geschickten Austritt im Schlafzimmer aus der Tapete, toll, nicht? Feuchte Grüße~~~~~~~~~~~~~~>
...und mit einem tränenden Auge nehme ich heute auch noch Abschied von einem treuen Begleiter:

Adieu,mon ami
...und mit einem tränenden Auge nehme ich heute auch noch Abschied von einem treuen Begleiter:
Adieu,mon ami
03 Juli 2006
Paßt nicht
Und hier meine ich nicht etwa den Konflikt zwischen neuer und alter Rechtschreibung, wäre doch bei letzterer das Werbeplakat in dieser Form nicht möglich gewesen. Nein, ich meine die Tatsache, daß der sog. Patriotismus inzwischen den Untergrund erreicht hat. Graffiti in schwarz - rot - gold ! (Die Aufnahme entstand heute am S-Bahnhof Rathaus Steglitz)
Angenehm war der Nachmittag, da gings ab ins Brandenburgische zu einer Test-Fahrt mit dem Neuen, der so ähnlich, nur ganz anders sein wird :) Huiiiiii.......~~~~~~~
02 Juli 2006
Tagebuch eines PC-Fanatikers II
Oje, das war wieder so ein Tag. Bei diesem herrlichen Wetter sitze ich den ganzen Tag am Rechner und trimme das Ding, aber der Reihe nach:
- 12:15 Uhr Ein Anruf macht mir klar, daß mit der Einrichtung meiner Telefonanlage (drei Endgeräte) etwas nicht stimmen kann. Nur ein gerät, das das direkt an die Fritz!Phon Bax angeschlossen ist, funktioniert, die anderen geben keinen Mucks von sich. Habe das erst mal als Nebenkriegsschauplatz eingestuft.
- 12:35 Uhr Den neuen Rechner hochgefahren.
- 12:43 Uhr Treiber für die TV-Karte Hauppauge Nexus DVB-C runtergeladen und installiert
- 12:45 Uhr Digital-Fersehen kofiguriert, Sendersuchlauf dauert ewig...
- 13:25 Uhr 1 & 1 Easy Login in der Zwischenzeit runtergeladen und eingerichtet
- 14:06 Uhr Sendersuchlauf beendet und Rechner runtergefahren, Neustart: Keine Programmwiedergabe: Woran das nur wieder liegen könnte, keine Ahnung (vielleicht am Windows Media Center ??) Problem vertagt
- 14:12 Uhr Rechner ausgeschaltet und die alte Master-Festplatte ausgebaut und zum Sklaven gemacht (jaja so schnell kann´s gehen)
- 14:22 Uhr irgendwie sehen die Anschlüsse der Festplatte im neuen Rechner ganz anders aus, es fehlt dieses Breitband-Datenkabel, ehe ich einen Schnellschuß mache, werde ich mich lieber erst mal schlau machen. Das Handbuch gibt keinerlei Auslünfte. Na dann widme ich mich eben weiterer Software-Installationen
- 14:25 Uhr MS Office 12 (2007) Professional Pro Beta 2 von der PC-Welt-CD installiert
- 14:45 Uhr Outlook eingerichtet, Windows Desktop Search 3.0 Beta Engine Review runtergeladen wird fortgesetzt...
Tagebuch eines PC-Fanatikers I
- 01.072006 17:30 Uhr Media-Markt: Ich kaufe mir eine Microstar Prof.
- Nach Erledigung einiger Formalitäten habe ich: 160 GB Festplatte - NVIDIA GeForce - 1024 MB DDR-RAM und und und (Tastatur und Maus incl.)
- 21:39 Uhr Ich will noch einmal den alten zum Leben erwecken um einige weitere Daten zu retten IE-bookmarks und so...doch der sagt endgültig keinen Mucks mehr, also Abbau.
- 21:48 Uhr Abbau des alten Systems
- 22:28 Uhr Abbau beendet (mit Fußball-Unterbrechung: 0 : 1 für Frankreich)
- 22:30 Uhr Paket aufpacken
- 22:42 Uhr alles ausgepackt und verglichen, es scheint nichts zu fehlen
- 22:55 Uhr alten Bildschirm (17'') wieder angeschlossen
- 23:03 Uhr PS/2-Tastatur (neu) angeschlossen
- 23:08 Uhr Versuch, ganz alten Scanner Canon 300/600 anzuschließen, schlug fehl, kein Anschluß paßt, muß ich erst die alte Karte wieder einbauen
- 23:13 Uhr DeskJet 930C angeschlossen, der paßte
- 23:17 Uhr ISDN-Kabel eingeführt (für alle Fälle :))
- 23:19 Uhr die Köpfhörer eingestöpselt
- 23:23 Uhr nun sind die Lautsprecher dran
- 23:30 Uhr Erst-Inbetriebnahme
- 23:33 Uhr Bitte warten...
- 23:34 Uhr XP-Lernprogramm
- 23:34 Uhr einige Grunddaten eingegeben
- 23:42 Uhr Betriebsbereitschaft hergestellt
- 23:48 Uhr WLAN-USB-Stick angeschlossen und Schlüssel dreimal vergeblich eingegeben
- 23:55 Uhr Mein Schweigrohr (Dieffenbachia seguine) meldet sich mit einem lauten Knall zu Wort (hihi): Es war - offenbar leicht schwächelnd - umgekippt, nach Abschluß der Aufräum- und Wässerungsarbeiten:
- 02.07. 0:00 Uhr Stick in die Fritz!-Box eingesteckt, da mir einiel, daß sich die beiden Geräte erst bekanntmachen müssen
- 0:06 Uhr Internet-Zugang eingerichtet (automatisch)
- 0:10 Uhr mal ins Netz gegangen
- 0:17 Uhr bin wieder auf einer meiner Seiten und schreibe diesen Eintrag
- 0:41 Uhr zwischen durch den Windows Live Messenger runtergeladen, aber es ist keener mehr online, naja kein Wunder
- 1:03 Uhr Ende und Veröffentlichung

